Ich bin Autorin. Ziemlich krass, das so zu schreiben. Das stimmt nämlich erst seit 15. Mai diesen Jahres. Da ist mein erstes Buch erschienen. „Authentisch statt angepasst. Wie du People Pleasing erkennst, überwindest und endlich DU SELBST wirst“. Im Schreibprozess, davor und auch jetzt danach hab ich richtig viel (über mich) gelernt. Und weil ich weiß, dass dich die trockene Entstehungsgeschichte dieses Buches vermutlich weniger interessiert als meine persönlichen Learnings und Struggles, werd ich hier sehr offen und ehrlich darüber schreiben. Da kam mir Melanies Blogparade sehr gelegen. In ihrem Aufruf zur Blogparade fragt sie: „Welches Buch hat dein Leben verändert?“
Die kurze Antwort: MEIN Buch. Denn es hat mich zur Autorin gemacht und damit eine neue Facette zu meinem Selbstverständnis und zu meiner Identität hinzugefügt. Wenn du tiefer tauchen willst, dann nimm dir jetzt ein paar Minuten Zeit und lies hier „the whole bloody shit“ 😉
Wie dieses Buch zu mir kam
Diese Idee, ein eigenes Buch zu schreiben, existierte schon länger in mir. Doch dann kam im Sommer 24 diese Anfrage per Mail. Ob ich mir vorstellen könne, ein Buch zum Thema People Pleasing zu schreiben. Ich war schwer gebauchpinselt. Da hatte doch tatsächlich jemand meine diversen Blogartikel zum Thema People Pleasing gefunden und wollte nun, dass ich ein Buch darüber schreibe.
Dann hab ich genauer hingeschaut. Hinter dieser Anfrage: ein Verlag. Ich hab natürlich sofort recherchiert, denn mir war schon klar, dass die meisten Verlage nicht unbedingt Autorinnen scouten (sondern sich eher vor Anfragen nicht retten können). Ich hab zwar nicht viel gefunden, aber das, was ich gelesen habe, war nicht besonders aufbauend. Nachdem ich mir aber gerne eine eigene Meinung und vor allem ein eigenes Gefühl zu etwas bilde, vereinbarte ich ein Gespräch und hörte mir an, was sie zu sagen hatten.
Das Prinzip dahinter: ich bezahle einen bestimmten Betrag (den ich in mindestens dieser Höhe auch für Mentoring, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz bezahlt hätte) und bekomme dann dafür gemeinsame Konzepterstellung, Begleitung beim Schreiben des Buches, Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Veröffentlichung und anschließend auch professionelle Werbung. Und das bei 60%iger Gewinnbeteiligung.
Ich hab noch alles abgeklopft, fünf mal hin und her gedreht und dann ja gesagt. Und hab dieses leise Gefühl, das ich gleich zu Beginn hatte, ignoriert.

Kommunikation und ihre Hürden
Zu Beginn lief alles wie am Schnürchen. Das Konzept stand innerhalb kurzer Zeit und war so, dass ich richtig zufrieden damit war. Ich hatte meine Inhalte und Wünsche angegeben und ein richtig schönes und stimmiges Buch-Konzept zurückbekommen. Einige Kleinigkeiten änderten sich auf dem Weg noch, aber mit diesem fertigen Inhaltsverzeichnis startete ich beschwingt und bestens ausgerüstet ins Schreiben.
Doch dann kam die ein oder andere Kommunikationshürde. Ich bekam länger keine Antwort auf ein paar Fragen und hakte nach. Ich erfuhr, dass die Betreuung meines Projekts intern gewechselt hatte. War dann doch recht schnell geklärt und meine Fragen wurden beantwortet. Ich schrieb munter weiter. Dann kam meine Fehlgeburt im März 25 und es folgten einige Monate, in denen ich mich gar nicht zum Schreiben motivieren konnte. Ich ließ mich davon nicht stressen, denn ich hatte noch die Worte aus dem Vorgespräch im Kopf: „Und wenns doch ein bisschen länger dauert mit dem Schreiben, dann ist das auch kein Problem.“
Bis ich im September plötzlich eine Mail in meinem Postfach fand. Ich hätte meinen Schreibprozess schon weit überzogen und wenn ich nicht binnen 14 Tagen mein fertiges Manuskript einreichen würde, dann könne keine weitere Zusammenarbeit stattfinden. Ich war ziemlich vor dem Kopf gestoßen und dann sehr wütend.
Denn erstens hatten wir 9 Monate Schreibphase ausgemacht und in meiner Vorstellung startete die nach der Konzepterstellung (das stellte sich als Irrtum heraus) und zweitens war nie davor auch nur eine Nachfrage oder Erinnerung gekommen. Sondern gleich die Nachricht mit der Drohung. Spätestens hier hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich auf mein leises Gefühl hätte hören sollen.
Deadline-Dancerin in Action
Ich war schon immer jemand, die unter Druck gut funktioniert. Und ich hatte schon beim Schreiben des ersten Teils festgestellt, dass ich wirklich schnell war. Es ging zum Teil so leicht, dass ich mich oft gefragt habe, ob das denn überhaupt ok ist, mit SO WENIG AUFWAND ein Buch zu schreiben. Ob das dann überhaupt wirklich wertvoll sein konnte. Alter Glaubenssatz hallo: Nur, wenn es schwer ist, ist es auch wirklich was wert.
Gleichzeitig hatte ich immer das Konzept der verschiedenen Kompentenz-Zonen im Hinterkopf und wusste: Genius-Zone fühlt sich leicht an und ist trotzdem das Wertvollste, was ich zu geben habe. (Falls du das Buch lesen magst: The Big Leap von Gay Hendricks)
Das war übrigens eines meiner großen Learnings beim Buch: Schreiben scheint ein Teil meiner Genius-Zone zu sein. Das war mir davor noch nicht so bewusst. (Vor allem, weil irgendwo tief in mir immer noch die Worte meiner Grundschul-Lehrerin schlummerten, die am Ende der 4. Klasse sagte: „Schreiben liegt ihr nicht so.“)
Und so setzte ich mich hin und schrieb das letzte Drittel des Buches in zwei Wochen. Pünktlich zur Deadline lieferte ich ab (natürlich nicht, ohne vorher noch meinen Unmut über diese Umgangsweise und die Kommunikation kundzutun.)
Das Gender-Drama (ohne Happy End)
Weißt du, ich gehöre zu den Menschen, die Gendern für sinnvoll halten. Also nicht nur in männlich und weiblich, sondern tatsächlich in der Form, die alle Menschen einschließt. Das heißt, ich schreibe meine Texte normalerweise mit Doppelpunkt oder Sternchen. Natürlich hab ich auch in meinem Buch-Manuskript gegendert.
Und dann habe ich mein Manuskript zurückbekommen und alles war auf das generische Maskulinum geändert. Ein naiver Teil in mir hoffte noch, dass es ein Versehen gewesen war, aber mir war schnell klar, dass es wohl eine bewusste Entscheidung des Lektorats war. Eine, die mir sehr sauer aufgestoßen ist, denn ich möchte, dass sich mit meinen Texten wirklich alle Menschen gleichberechtigt angesprochen fühlen. Auf Nachfrage wurde mir klar gesagt: es werde nicht gegendert, es gäbe Umfragen und die meisten Menschen wollten noch immer im generischen Maskulinum lesen und das sei am lesefreundlichsten. Auch mein Versuch, dann wenigstens das generische Femininum zu verwenden, um zumindest damit Haltung zu zeigen, wurde abgelehnt.
Das verursachte einen ganz schönen inneren Konflikt in mir. Denn es ist mein Buch und möchte, dass dieses Buch auch meine Werte transportiert. Es hat mich einiges an innerer Arbeit gekostet, aber schließlich war mir klar: es bringt nichts, wenn ich hier jetzt auf meinen Werten bestehe, denn dann wird dieses Buch niemals veröffentlicht werden. Und da hat niemand was davon. Weder ich, noch alle, die dieses Buch jetzt lesen können. Und ich habe beschlossen, darauf zu vertrauen, dass sich meine inklusive und respektvolle Haltung durch meinen Schreibstil auch ganz ohne Gendern transportiert.
Wie ich mich fast selbst ausgetrickst hätte
Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, da hatte ich das gesamte korrekturegelesene Skript auf dem Schreibtisch (also in meinen Mails) und der erste Entwurf für den Buchsatz war auch fertig. Der Verlag wartete auf mein Feedback. Und ich wurde zur Prokrastinierungs-Queen.
Ich erzählte mir allerlei lustige Geschichten. Dann war ich krank, dann war viel zu tun, dann musste ich unbedingt noch dies und das und jenes erledigen. Bis ich eines Morgens nach meinem Morgen-Sport zu einer Mini-Meditation auf meiner Matte saß und einfach mal in mich reinhörte und -fühlte. Denn so viel war mir schon klar: dieses Prokrastinieren musste doch irgendeinen tieferen Grund haben. Denn eigentlich (ja genau eigentlich!) freute ich mich doch auf diese Buchveröffentlichung.
Da saß ich also auf meiner Matte und realisierte plötzlich: Ich hab eine scheiß Angst. In diesem Buch hab ich kein Blatt vor den Mund genommen. Ich hab mich gezeigt und mich damit höllisch angreifbar gemacht. Dieses Buch zeigt so viel von mir auf einmal, von meiner Geschichte, meiner Haltung, meiner Expertise, meinem Erfahrungswissen. Ich bin in und mit diesem Buch die, die ich schon immer war: eine idealistische, experimentierfreudige Erforscherin von Zusammenhängen und Systemen. Das hab ich schon immer getan. Und früher war ich mit meinem Nerd-Dasein die Außenseiterin, die auf dem Schulhof gehänselt wurde. Die auf dem Heimweg von den größeren Schüler*innen mit Arschtritten verfolgt und ausgelacht wurde. Und diese Kleine in mir hatte richtig Angst vor dieser Veröffentlichung.
Kaum hatte ich verstanden und gefühlt, konnte ich alle Korrekturen senden und das Buch zur Veröffentlichung freigeben.
Recovering People Pleaserin
Grad fällt mir auf, ich bin noch gar nicht näher drauf eingegangen, um welches Thema es in meinem Buch geht. Oben hab ich es zwar schon erwähnt, aber natürlich gibts da auch ein bisschen mehr dazu zu sagen. In den Überlegungen, ob ich dieses Buch schreiben will oder nicht, ist mir klar geworden, was alle meine Klient*innen miteinander verbindet: Sie haben in irgendeiner Form ein Thema mit People Pleasing. Und nicht nur sie. Natürlich hab auch ich meine eigene Geschichte damit.
Beim Schreiben des Buches ist mir aufgefallen, WIE STARK sich das in den letzten Jahren verändert hat. Ich hab zum Spaß meinen eigenen People Pleaser Test gemacht. Einmal aus Sicht der Generose von vor 10 Jahren und einmal aus heutiger Sicht. Hier siehst du das Ergebnis:


Ich hab meine eigene Geschichte nochmal aus Sicht des People Pleasing betrachtet und an allen Ecken und Enden Anknüpfungspunkte gefunden. Angefangen in meiner Kindheit, fortgesetzt in meinem Studium, meiner gescheiterten Ehe und natürlich auch in meinem Business.
Kein Wunder, dass alle meine Klient*innen da irgendwie ein Thema damit haben (wir ziehen ja meistens Leute an, die uns in irgendeiner Form ähnlich sind). Wobei ich ja aus heutiger Sicht auch sagen muss, dass so ziemlich alle Menschen, die ich kenne, ein Thema mit People Pleasing haben. Es sei denn, sie haben das Arschloch-Dasein gewählt. Aber davon kenne ich zum Glück nicht viele.
Beim Schreiben des Buches ist mir klar geworden, aus wie vielen Mustern ich schon rausgewachsen bin und wie viel sich da in nur einem Jahrzehnt bei mir verändert hat. Und mit genau diesem Spirit habe ich auch das Buch geschrieben. Denn auch wenn People Pleasing eines der tiefsitzendsten Muster in uns ist: du kannst es durchbrechen und Schritt für Schritt mehr DU SELBST werden. Just start with it!
Ideal versus Realität
Ich bin nun seit gut 10 Jahren intensiv auf dem Weg zu mir selbst. Gefühlt täglich grabe ich Wünsche, Bedürfnisse, Wesenszüge und Talente in mir aus, die irgendwie schon immer da waren, aber durch meine Prägung und Konditionierung verschüttet wurden. Seit ich auf diesem Weg bin, hat sich die Qualität meines Lebens radikal verbessert. Denn das Leben ist so viel weniger anstrengend, weil ich nicht ständig darüber nachdenke, wie irgendetwas, was ich tue oder sage, bei irgendwem ankommt. Weil ich nicht ständig im Außen scanne, wer jetzt welches Bedürfnis hat und vielleicht von mir getriggert sein könnte. Und weil ich meinen Körper als best Buddy und nicht mehr als Feind oder kaputte Maschine betrachte.
Ich liebe diesen Weg so sehr, dass ich ihn am liebsten der ganzen Welt zugänglich machen würde. Denn ich weiß: wenn wir alle mehr Self Pleaser wären, dann wäre die Welt ein besserer Ort. Und mit Self Pleasing meine ich nicht, dass wir alle egozentrisch durch die Gegend rennen. Es geht um echte Verbindung zu sich selbst, Mitgefühl und Verständnis für sich (und damit automatisch auch mehr für alle anderen Menschen) und ein Einstehen für die eigenen Bedürfnisse (ohne jemand anderen für die Erfüllung verantwortlich zu machen).
Dieser Weg ist eigentlich ganz einfach – wenn auch überhaupt nicht leicht. Und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als gemeinsam mit vielen vielen Menschen diesen Weg täglich zu gehen. Deshalb habe ich ein System hinter meinem Buch entwickelt, das die Menschen in meine Welt einlädt. Denn ich hatte so viel Unterstützung auf meinem Weg und freue mich nun, diese Unterstützung für andere zu sein.
Leider funktioniert dieses System bisher gar nicht.
Geduld und Vertrauen – (m)eine Lebensaufgabe
Und so fordert dieses Buch, was schon so viele andere Dinge in meinem Leben auch von mir gefordert haben: Geduld und Vertrauen.
In meinem Hirn war das Szenario ungefähr so: Mein Buch erscheint am 15. Mai 2026. Das kaufen dann ganz schnell ganz viele (denn es wird ja schließlich professionell Werbung dafür gemacht). Diese Menschen machen dann meinen People Pleaser Test (der ist nämlich im Buch über einen QR-Code erreichbar), tragen sich dann in meine Email-Liste ein und kommen natürlich sofort zu den monatlichen kostenfreien People Pleasing Calls. (Falls du dabei sein magst, dann mach gern einfach meinen Test, dann bekommst du automatisch die Einladung zum nächsten Call.)
Natürlich wollen ganz viele dann auch tiefer einsteigen und kaufen mein – extra als Ergänzung zum Buch erstelltes super günstiges – People Pleasing Bundle. Dann sind sie so on fire und beschließen, jeden Tag Schritt für Schritt mehr SIE SELBST zu werden. Manche von ihnen gehen den Weg mit mir gemeinsam weiter, andere experimentieren alleine oder suchen sich Unterstützung an anderer Stelle.
So hab ich mir das vorgestellt. Aber bisher funktioniert das meiste davon noch ganz und gar nicht so.
Du merkst schon, ich steh auf Transparenz und Ehrlichkeit, auch was Business-Dinge angeht. Denn es ist enorm schambehaftet, wenn Dinge nicht so funktionieren, wie wir sie uns vorgestellt haben. Und ich bin davon überzeugt, dass diese Scham die Verbindung zu anderen Menschen verhindert und uns auch noch klein hält.
Was mich dieses Buch gelehrt hat oder noch immer lehrt
Vermutlich sind meine einzelnen Learnings in den Abschnitten oben noch nicht so richtig rausgekommen. Deshalb hier noch einmal alle konkreten Erkenntnisse.
Das Bauchgefühl ist mein bester Berater
Ich bin noch nie gut gefahren, wenn ich mein Bauchgefühl ignoriert oder mit Verstandesargumenten zugedeckt habe. Vielleicht ist das das größte (und schmerzhafteste) Learning dieser ganzen Geschichte. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum es an allen Ecken und Enden hakt und ziept und (bisher) nichts so richtig flutscht (außer das Schreiben selbst, das war genial). Ein „hell yes“ war es nicht (für alle, die sich mit Human Design auskennen: ich bin Generatorin und ein inneres „hell yes“ ist mein stärkster Kompass für Entscheidungen).
Es gibt keine falschen Entscheidungen
Und so darf ich meine eigene Medizin schlucken. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Leben keine falschen Entscheidungen treffen und zu jedem Zeitpunkt immer das Beste tun, was uns gerade möglich ist. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch geschrieben habe. Und ohne diese Entscheidung wüsste ich nicht, wie leicht mir Schreiben tatsächlich fällt. Und ich hätte auch all die Erkenntnisse nicht, die mir bei meinem nächsten Buch helfen, eine noch bessere Entscheidung zu treffen.
Schreiben ist Teil meiner Geniezone
Deshalb habe ich beschlossen, auf jeden Fall ein zweites Buch zu schreiben. Wie genau (und wann genau) das weiß ich noch nicht, aber die Entscheidung ist schon gefallen. Und die ist ein absolutes „hell yes“ in mir.
Ich funktioniere (immer noch) super unter Druck
Mein Studienabschluss war ein Krimi damals, weil ich wirklich alles auf den letzten Drücker gemacht hab. Und ich bin zu Höchstleistungen aufgelaufen. Inzwischen kann ich das so entspannt schreiben, weil ich weiß, dass ich auch ohne Druck sehr produktiv sein kann. Ich brauch den Druck nicht mehr, um etwas zustande zu bringen. Aber die alten Fähigkeiten sind trotzdem noch da. Ein wunderbarer Beweis dafür, dass man aus alten Mustern rauswachsen UND ihre Vorteile trotzdem noch nutzen kann.
Gendern ist für mich kein nice-to-have mehr
Sondern bereits Teil meiner Haltung geworden. Das war mir nicht so klar, bevor ich nicht meine Reaktion auf das korrigierte Manuskript und den Mail-Austausch zu diesem Thema gespürt habe. So aufgebracht war ich schon lang nicht mehr gewesen.
Ich war People Pleaserin durch und durch
Und alles, was ich in den letzen Jahren erlebt habe, hat darauf eingezahlt, dass ich aus diesem Muster rauswachse. Weil ich mich dazu entschieden habe, immer mehr ICH SELBST zu werden. Es fühlt sich wirklich wie ein anderes Leben an, wenn ich an vor 10 Jahren denke.
Eine Frage, die mich täglich begleitet
Ja, ich habe offenbar gegen mein Bauchgefühl gehandelt. Ich könnte mich jetzt hinsetzen und sagen: naja, dann ist ja klar, dass das alles nix wird. Dann hätte ich dieses Buch auch einfach nicht schreiben können. Oder ich kann mir täglich diese Frage stellen: Wie hole ich eigenverantwortlich das Beste aus diesem Buch raus? Auch, wenn die äußeren Umstände nicht so sind, wie ich sie mir gewünscht hätte. Wie kann ich dazu beitragen, dass meine Vision, die ich mit diesem Buch habe, zum Leben erwacht? (Geduld und Vertrauen werden vermutlich eine große Rolle spielen.)
Ehrliche Worte zum Schluss
Vielleicht ist mit dieser ehrlichen Schilderung meiner Learnings bei dir der Eindruck entstanden, dass ich unzufrieden bin mit dem Entstehungsprozess dieses Buches bzw. auch mit dem, was jetzt bisher dadurch passiert ist. Dem ist nicht so. Weißt du, ich bin eine große Freundin von Selbstverantwortung. Und natürlich könnte ich jetzt alle möglichen Dinge im Prozess doof finden und das Außen (die Menschen, den Verlag, die Umstände etc.) dafür verantwortlich machen. Aber das bringt mich überhaupt nicht weiter.
Im Gegenteil. Es ballert haufenweise negative Energie in diese Meisterleistung von mir. Ich hab ein Buch geschrieben. Und ich liebe es. Was ich dir hier noch gar nicht erzählt habe: es gibt sogar ein eigenes Kapitel für Bühnenmenschen, weil mir die durch meine eigene Geschichte als Sängerin so sehr am Herzen liegen. Dieses Buch ist so einzigartig und wertvoll. Wieso sollte ich mir diesen Erfolg durch Unzufriedenheit vermiesen?
Es ist ok, wenn ich ehrlich hinschaue und erkenne, was in mir mich wann halt welche Entscheidung treffen lassen. Und dann bin ich mitfühlend und verständnisvoll mit mir selbst und lerne daraus für zukünftige Entscheidungen. Denn all diese Erfahrungen kann mir niemand mehr nehmen. Und nur durch diese Erfahrungen kann ich beim nächsten Mal andere (ich will nicht mal sagen bessere) Entscheidungen treffen.
Und deshalb möchte ich dich jetzt hier zum Schluss einladen: Hast du eine Situation / eine Phase / einen Prozess / ein Ereignis in deinem Leben, wo du bis heute noch unzufrieden bist? Auch wenn du „nur“ unzufrieden mit dir selbst bist. Dann schau mal genau hin. Und schau, was in dir dich hat diese Entscheidungen so treffen lassen, wie du sie getroffen hast. Übernimm die Verantwortung. Denn daraus entsteht so viel Freiheit, Handlungsfähigkeit und am Ende Selbstwirksamkeit.
Falls du auch ein Buch hast, das dein Leben verändert hat (es muss ja nicht gleich dein eigenes sein – kann aber), dann kannst du noch bis 2. August 2026 an Melanies Blogaparade teilnehmen. Lies dir dafür einfach ihren Aufruf zur Blogparade durch und dann kanns losgehen.

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