Im Nebel – The Disconnected One
Du bist da, du trittst auf, aber du kriegst nicht wirklich etwas davon mit.
Oft kommt die Verbindung zu dir selbst und deine volle Präsenz erst nach der Bühne zurück.
Wenn du vor Menschen stehst, dann fühlt es sich eher abgeschnitten, neblig oder wie in Watte an.
Warum dieses Muster entsteht
Nebel und Taubheit im Körper sind eine schwache Form der Dissoziation. Vielleicht hast du schon mal von den drei akuten Stressreaktionen gehört: Kampf – Flucht – Totstellen (oder im Englischen: Fight – Flight – Freeze)?
Der Nebel ist eine schwache Form der Freeze-Reaktion. Er tritt immer dann auf, wenn Kämpfen oder Fliehen nicht mehr möglich ist.
Jetzt hast du vielleicht ein großes Fragezeichen im Kopf, weil du dir denkst: naja, aber ich kann ja jederzeit aus der Situation raus oder muss mich gar nicht hinein begeben.
Ja, das stimmt. Dein Nebel ist vermutlich eine schon sehr lange existierende Schutz-Strategie, die du ganz ganz früh entwickelt hast. Oft schon im vorsprachlichen Alter, weil da ja tatsächlich Kämpfen und Fliehen noch keine Option ist.
Wenn du also sehr früh recht häufig oder über längere Zeit in Situationen warst, die dein System als gefährlich eingestuft hat und du aber keine Handlungsmöglichkeit hattest (und auch keine Hilfe von außen kam), dann kann es sein, dass dein Körper gelernt hat, auf starke Gefühle, Stress oder Druck mit dem Nebel zu reagieren.
Dein Nervensystem schützt dich also vor Situationen, indem es dich rausnimmt.
Vermutlich wirst du dieses Muster nicht nur in Bühnensituationen kennen. Höchstwahrscheinlich bist du auch sonst in herausfordernden Situationen damit konfrontiert. Beobachte das mal!
Die epigenetischen Wurzeln des Nebels
Epigenetisch ist dieses Muster häufig mit traumatischen Erfahrungen in früheren Generationen verknüpft: Krieg, Flucht, Übergriffigkeiten, schwere Verluste, Unfälle etc.
In vielen dieser wirklich überfordernden Situationen MUSS das System das Fühlen und die klare Präsenz verhindern, weil es sonst zu viel wäre und der Mensch nicht mehr hätte funktionieren (= überleben) können.
Weil dieses Muster hochgradig überlebenssichernd ist, wird es auch oft weitervererbt:
Besser nicht fühlen – das könnte gefährlich sein.
Für dich ist es heute aber nicht mehr lebensgefährlich, wenn du präsent in Situationen bist und alles mitbekommst und fühlst.
Weil dieses Muster sehr sehr tief sitzt (sowohl in unserer eigenen frühen Geschichte als auch in den Erlebnissen unserer Vorfahren), braucht es zunächst vor allem Bewusstsein.
Denn was an diesem Muster besonders ist: es bringt dich völlig aus der Präsenz. Das heißt, es ist auch sehr schwer, mitzubekommen, wann es eigentlich beginnt. Denn du bist ja nicht wirklich da.
Wie sich dieses Muster äußert
- Du hast das Gefühl, emotional “abgeschaltet” zu sein – auf der Bühne, in Sichtbarkeits-Situationen oder auch im Alltag in herausfordernden Situationen.
- Du kannst gar nicht einschätzen, wie dein Auftritt / dein Vortrag war, weil du nicht wirklich da warst.
- Du fühlst dich nach der Bühne erschöpft (vielleicht hast du ein Gefühl, als hätte dir jemand mit der Bratpfanne eins drübergegeben) und hast keine Ahnung, warum.
- Dein Körper fühlt sich taub an, du fühlst dich wie in Watter gepackt oder bist sogar desorientiert.
Erste Schritte raus aus dem Nebel
Was dir helfen kann:
- Beobachte dich im Alltag: Wann kommt der Nebel? Und wie fühlt es sich an, wenn du voll und ganz DA bist (also in deiner vollen Präsenz, so ganz ohne Nebel)?
- Wenn du den Neben bemerkst: Spüre deine Füße auf dem Boden, atme bewusst, klopf deine Arme, deinen Bauch, deine Beine ab, bewege dich. Orientiere dich im Raum. Bewege deinen Nacken, schau dich um. So lange, bis du das Gefühl hast, wieder ganz da zu sein.
- Beobachte dich genau in Bühnensituationen: Wie lange vorher gelingt es dir noch, wirklich da zu sein? Wann kommt der Nebel? Was löst ihn aus? Was hilft dir, um wieder in die Präsenz zu kommen?
Wer hier schreibt
Ich bin Generose – Spezialistin für erfolgreiche und authentische Bühnenpräsenz und Sichtbarkeit und stabile Höchstleistungsfähigkeit.
Mit meiner Methode UNSTUCK YOURSELF zeige ich dir, wie du echt, lebendig, kraftvoll und sicher auf der realen oder virtuellen Bühne und im Leben stehen kannst.
Du bist präsent, offen und voll und ganz du selbst. Damit erreichst und berührst du andere Menschen.
Mit diesem Lampenfieber-Typen-Quiz bringe ich auf spielerische Art und Weise meine Überzeugung in die Welt, dass Lampenfieber eine höchst individuelle Angelegenheit ist. Und dass es immer im Zusammenhang mit unserem restlichen Leben betrachtet werden muss.
Wenn du Lust hast, mit mir gemeinsam da tiefer einzutauchen oder mich einfach gerne persönlich kennenlernen möchtest, dann lade ich dir hier ganz herzlich zu einem ersten Online-Kennenlernen ein.
Keine Sorge, ich werd dich in diesem Gespräch nicht überreden, manipulieren oder dir erzählen, wie furchtbar dein Leben sein wird, wenn du nichts bei mir buchst. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass Menschen eigenverantwortlich entscheiden können, welche Unterstützung sie gerne in ihrem Leben hätten. Falls du gerade Unterstüztung suchst, dann schauen wir in diesem Gespräch gemeinsam, ob es zwischen uns passt und welche Wege für dich stimmig sind.
Ich freu mich, dich kennenzulernen. Über diesen Button kannst du dir einen Termin in meinem Kalender aussuchen.
Deine Stärken und Schwächen auf einen Blick
Deine Stärken:
- du bringst grundsätzlich auf der Bühne eine solide Leistung
- der stärkste Überlebensmechanismus ist bei dir bestens ausgeprägt (klingt ironisch, hat aber wirklich seine Vorteile)
- deine Fähigkeiten sind sehr gut in deinem System verankert
Deine Schwächen:
- du bist nur zur Hälfte anwesend (teilweise körperlich und vermutlich gar nicht emotional)
- dadurch kriegst du nur wenig mit und kannst dich nicht verbinden – weder mit dir, mit deinen Kolleg:innen noch mit dem Publikum
- auch wenn du grundsätzlich Zugriff zu deinen Fähigkeiten hast, der Zugriff zu deinem Potential gelingt in dem Zustand nicht
Wo du (unbewusst) deinen Erfolg sabotierst:
Dadurch, dass dein Körper Bühne als dermaßen gefährlichen Ort abgespeichert hat, schützt er dich auf die massivste Art und Weise. Weil er das vermutlich schon sehr lange so tut, musst du nun erst wieder lernen, wirklich präsent zu sein und mit allem, was dann spürbar wird (nämlich auch mit den unangenehmen Gefühlen) umzugehen. Je mehr du das vermeidest, umso länger bleibst du in deinem Muster gefangen.
