In Anpassung – The Pleaser
Du bist achtsam, empathisch, zugewandt, aber oft bleibt dabei eine Person auf der Strecke: du selbst.
Vor allem vor Auftritten spürst du vielleicht, wie stark du auf andere fokussiert bist:
Was denken die anderen? Ist das gut genug? Mache ich es allen recht?
Warum dieses Muster entsteht
Anpassung = Pleasing ist eines unserer stärksten Überlebensmuster. Vielleicht hast du schon mal von den drei akuten Stressreaktionen gehört: Kampf – Flucht – Totstellen (oder im Englischen: Fight – Flight – Freeze). Seit einigen Jahren spricht man davon, dass es eine vierte Reaktion gibt: den Fawn-Reflex. (der Bambi-Reflex)
Hier sind wir genau im Pleasing angekommen. Dieses Muster entsteht vor allem dann, wenn du ganz früh schon gelernt hast, dass du mehr Liebe kriegst, wenn du dich anpasst.
Liebe ist unser Überlebenselixier in der ganz frühen Zeit, d.h. jedes Baby und jedes Kleinkind tut nahezu alles, um Liebe zu bekommen. Es lernt ganz schnell, wie es sich anpassen muss und dadurch die eigene Sicherheit und das eigene Wohlbefinden erhöht.
Menschen, die ein starkes Pleasing-Muster entwickeln, sind oft in sehr instabilen Familien aufgewachsen. Da ganz ausführlich drauf einzugehen, führt zu weit, aber ich kann dir jetzt schon mein Buch ans Herz legen, das vermutlich noch in diesem Jahr erscheinen wird. Da gehts nur ums Thema People Pleasing. Und ein extra Kapitel für Bühnenmenschen gibt es auch!
Ich würd ja meine Hand dafür ins Feuer legen, dass sich dieses Pleasing-Muster bei dir nicht nur auf die Bühne beschränkt. Denn das ist etwas, was meistens unser ganzes Leben beeinflusst.
Du kannst dich ja mal ein bisschen beobachten.
Aber schauen wir noch eine Schicht tiefer.
Die epigenetischen Wurzeln des Pleasing-Musters
Auch epigenetisch ist dieses Muster weit verzweigt. Es hat unglaublich viele mögliche Ursachen.
Vor allem in den weiblichen Ahnenlinien ist gespeichert, dass es gefährlich ist, aufzufallen, eine eigene Meinung zu haben, sich in den Mittelpunkt zu stellen oder sogar zu eigenständig zu sein.
Aber auch in den männlichen Linien kann das Pleasing-Muster verankert sein, wenn es zum Beispiel darum ging, Konflikte zu vermeiden und dadurch das eigene Überleben zu sichern.
Oder alles möglichst perfekt zu machen, um keine Angriffsfläche zu bieten.
Wenn dieses Muster bei dir auch epigenetische Wurzeln hat, dann kannst du dir sicher sein, dass es mal das Überleben deiner Vorfahren gesichert hat.
Dann hilft aber auch, wenn du dir bewusst wirst, dass DEIN Überleben heute nicht mehr vom Pleasing abhängt (auch wenn sich das im ersten Moment oft so anfühlt).
Wie sich dieses Muster äußert
- Du hast ständig deinen Fokus im Außen und nimmst die Reaktion der anderen auf dein Verhalten, deine Aussagen, deine Präsenz wahr und passt dich in Sekundenschnelle daran an.
- Du überlegst vor der Bühne, was wohl am besten ankommen wird und achtest sehr darauf, dass du gefällst.
- Nach deiner Performance / deinem Vortrag ist es dir wichtig, dass du eine Einschätzung von außen kriegst, weil du wissen willst, wie es den anderen gefallen hat. Dir ist es wichtig, dass du weißt, dass die anderen dich (noch) mögen.
- Du hast generell Schwierigkeiten, klare Grenzen zu setzen. Denn bevor du andere verletzen könntest, nimmst du dich lieber selbst zurück.
Der Preis, den du da bezahlst, ist hoch. Denn je länger du im Pleasing-Modus bist, umso mehr entfernst du dich von dir selbst. Auf der Bühne brauchst du aber deine ganze Präsenz, mit allem, was zu dir gehört. Denn sonst bist du fürs Publikum nicht greifbar. Und ja, ich weiß, dass es sich erstmal unglaublich unsicher anfühlt, wenn man sich wirklich selbst zeigt. Weil es sein kann, dass das anderen nicht gefällt.
Nur so kommst du aber zu deiner Einzigartigkeit und damit auch zu deiner “Merkwürdigkeit”. Das heißt, du bleibst im Gedächtnis und schaffst Wiedererkennungswert.
Erste Schritte raus aus der Anpassung
Was dir helfen kann:
- Erforsche deine Pleasing-Muster: Wer in der Familie tickt noch so? Was hast du gelernt? Welche Sätze sind in dir gespeichert? Wie waren die Reaktionen in deiner Familie, wenn du klare Bedürfnisse oder Grenzen geäußert hast?
- Werde dir darüber klar, was du befürchtest, wenn du nicht mehr im Pleasing-Modus bist. Ablehnung? Ausgrenzung? Misserfolg?
- Übe in einem sicheren Rahmen, deine Bedürfnisse zu äußern, Grenzen zu setzen und einfach DU zu sein.
Wer hier schreibt
Ich bin Generose – Spezialistin für erfolgreiche und authentische Bühnenpräsenz und Sichtbarkeit und stabile Höchstleistungsfähigkeit.
Mit meiner Methode UNSTUCK YOURSELF zeige ich dir, wie du echt, lebendig, kraftvoll und sicher auf der realen oder virtuellen Bühne und im Leben stehen kannst.
Du bist präsent, offen und voll und ganz du selbst. Damit erreichst und berührst du andere Menschen.
Mit diesem Lampenfieber-Typen-Quiz bringe ich auf spielerische Art und Weise meine Überzeugung in die Welt, dass Lampenfieber eine höchst individuelle Angelegenheit ist. Und dass es immer im Zusammenhang mit unserem restlichen Leben betrachtet werden muss.
Wenn du Lust hast, mit mir gemeinsam da tiefer einzutauchen oder mich einfach gerne persönlich kennenlernen möchtest, dann lade ich dir hier ganz herzlich zu einem ersten Online-Kennenlernen ein.
Keine Sorge, ich werd dich in diesem Gespräch nicht überreden, manipulieren oder dir erzählen, wie furchtbar dein Leben sein wird, wenn du nichts bei mir buchst. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass Menschen eigenverantwortlich entscheiden können, welche Unterstützung sie gerne in ihrem Leben hätten. Falls du gerade Unterstüztung suchst, dann schauen wir in diesem Gespräch gemeinsam, ob es zwischen uns passt und welche Wege für dich stimmig sind.
Ich freu mich, dich kennenzulernen. Über diesen Button kannst du dir einen Termin in meinem Kalender aussuchen.
Deine Stärken und Schwächen auf einen Blick
Deine Stärken:
- du spürst sofort, wie es anderen Menschen geht und reagierst entsprechend
- du setzt deine Energie immer für den Erfolg des ganzen Projekts ein – nie für deinen eigenen Vorteil
- du bist Teamplayer:in durch und durch, sehr gruppenverträglich und immer respektvoll und freundlich
Deine Schwächen:
- die Anderen sind immer wichtiger als du selbst, deshalb bleibst du oft auf der Strecke
- Grenzen spüren und setzen und die eigenen Bedürfnisse artikulieren fällt dir extrem schwer und so passiert es oft, dass du über dich drüber gehst oder dich zu sehr verausgabst
- du bist ständig mit deinem Fokus im Außen und hoffst, dort die Hinweise zu finden, wie du dich richtig verhältst
Wo du (unbewusst) deinen Erfolg sabotierst:
Wir können es niemals allen anderen Menschen recht machen. Erstens ist es gar nicht möglich und zweitens verlieren wir uns selbst dabei. Dadurch, dass du ständig im Außen bist und dein oberstes Ziel Harmonie und Gefallen ist, entfernst du dich immer mehr von dir selbst. Dadurch geht dir einerseits Energie und auch deine Persönlichkeit verloren. Das sind aber beides Dinge, die du unbedingt auf der Bühne brauchst.
