Alles im Griff – The Controller
Du gehörst zu der Gattung der “Kontrollettis”.
Denn am liebsten kontrollierst du alles. Keine Sorge, damit bist du nicht allein! Das geht sehr sehr vielen Menschen so. Kontrolle bzw. Kontrolle abgeben ist eines der größten Themen in unserem Leben überhaupt.
Doch Lampenfieber lässt sich – wie so vieles andere in unserem Leben – nicht kontrollieren.
Nachdem du aber ein sehr hohes Kontrollbedürfnis hast, ist das für dich eine große Herausforderung.
Warum dieses Muster entsteht
Wenn dieser Lampenfieber-Typ bei dir stark ausgeprägt ist, dann hast du vermutlich früh gelernt:
Sicherheit entsteht durch Kontrolle.
Das Gefühl von innerer Sicherheit entsteht in unseren ersten Lebensjahren und fußt auf der Regulationsfähigkeit unserer Bezugspersonen. Denn in den ersten Jahren funktionieren wir nur übers Spüren. Und wenn wir Angespanntheit, Stress und Unruhe bei unseren Bezugspersonen spüren, dann ist das das Signal für unser Nervensystem: hier ist es nicht sicher gerade.
Wachsen wir also in einem gestressten oder angespannten Umfeld auf, dann lernt unser System nur innere Unsicherheit.
Wenn aber dieses Gefühl der inneren Sicherheit grundsätzlich fehlt, dann versuchen wir es durch äußere Kontrolle zu ersetzen. Es wird extrem wichtig, immer alles im Griff zu haben.
Doch das ist ein Trugschluss. Denn wir können Dinge im Außen nicht (wirklich) kontrollieren.
Krasser Satz, gell? Vielleicht spürst du einen Widerstand, wenn du den liest. Das versteh ich. Ging mir am Anfang auch so. Inzwischen find ich es (meistens) eher entspannend, dass ich im Außen nix kontrollieren kann.
Aber schauen wir noch eine Schicht tiefer.
Die epigenetischen Wurzeln des Kontrollmusters
Epigenetisch liegt dieses Muster extrem tief, denn wir sind alle die Nachkommen von Kriegsgenerationen. Unsere Vorfahren hatten viele berechtigte Gründe, sich nicht sicher zu fühlen. Es war ein Überlebensmuster, immer auf der Hut zu sein, alles im Blick zu haben und alle Vorkehrungen zu treffen, dass möglichst nichts passieren kann.
Vermutlich lebst du, weil sie dieses Muster zur Überlebenssicherung entwickelt haben.
Wir leben aber heute in anderen Zeiten und auch wenn es viel Instabilität und Unsicherheit gibt: lebensbedrohlich ist es für uns in den seltensten Fällen.
Um dieses Muster der inneren Unsicherheit zu brechen, braucht es eine bewusste Beschäftigung mit dem Nervensystem.
Oft zeigt sich dieses Muster in einer Familie in der Überzeugung: „Ich muss alles richtig machen.” Oder es wird absolut nichts dem Zufall überlassen. Jede Möglichkeit wird in Betracht gezogen und es werden dafür Vorkehrungen getroffen.
Denn wenn ich alles richtig mache und mich bestmöglich auf alle Eventualitäten vorbereite, dann habe ich auch eine gewisse (vermeintliche) Kontrolle über die Situation.
Wie sich dieses Muster äußert
Kontrolle = Festhalten
Die Konsequenz:
- körperliche Anspannung (Stimme wird fest, Zwerchfell krampft, Atem wird flach, erhöhte Spannung im ganzen Körper v. a. Schulter, Nacken, Bauch, Arme und Beine)
- ungeplante Dinge = Stress und Unsicherheit => führt manchmal sogar zu Blackout oder einem starken Leistungsabfall
- trotz perfekter Vorbereitung spürst du Unruhe und Stress (mehr Gereiztheit in Alltagssituationen, geringere Frustrationstoleranz, Schwierigkeiten beim Abschalten oder wenn du zur Ruhe kommen willst)
- Distanz zwischen dir und deinem Publikum, weil du mit dir beschäftigt bist und dich anstrengst, alles “richtig zu machen” => du kannst dich nicht auf die Verbindung zu deinem Publikum einlassen
Erste Schritte raus aus dem Kontrollmodus
Was dir helfen kann:
- Beobachte dich im Alltag. Welche Situationen lösen Unsicherheit in dir aus? Was passiert dann in deinem Körper / in deinem System? Welche Befürchtungen hast du?
- Schaffe Raum für „Unperfektes“. Übe bewusst, in Momenten zu bleiben, die du nicht komplett steuern kannst. Lass dich mal auf spontane Aktionen ein, die dich ein bisschen herausfordern, aber noch nicht überfordern. (Das muss nichts mit Bühne zu tun haben, denn das Muster zeigt sich sicher auch in deinem Alltag.)
- Übe Lockerheit und Durchlässigkeit in deinem Körper zuzulassen. Atemübungen, die das Zwerchfell lockern oder generell Entspannungsübungen können ein Einstieg sein. Oder experimentiere ein bisschen mit Improvisation (mit Stimme, in Bewegung, mit Worten, beim Malen,…).
Wer hier schreibt
Ich bin Generose – Spezialistin für erfolgreiche und authentische Bühnenpräsenz und Sichtbarkeit und stabile Höchstleistungsfähigkeit.
Mit meiner Methode UNSTUCK YOURSELF zeige ich dir, wie du echt, lebendig, kraftvoll und sicher auf der realen oder virtuellen Bühne und im Leben stehen kannst.
Du bist präsent, offen und voll und ganz du selbst. Damit erreichst und berührst du andere Menschen.
Mit diesem Lampenfieber-Typen-Quiz bringe ich auf spielerische Art und Weise meine Überzeugung in die Welt, dass Lampenfieber eine höchst individuelle Angelegenheit ist. Und dass es immer im Zusammenhang mit unserem restlichen Leben betrachtet werden muss.
Wenn du Lust hast, mit mir gemeinsam da tiefer einzutauchen oder mich einfach gerne persönlich kennenlernen möchtest, dann lade ich dir hier ganz herzlich zu einem ersten Online-Kennenlernen ein.
Keine Sorge, ich werd dich in diesem Gespräch nicht überreden, manipulieren oder dir erzählen, wie furchtbar dein Leben sein wird, wenn du nichts bei mir buchst. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass Menschen eigenverantwortlich entscheiden können, welche Unterstützung sie gerne in ihrem Leben hätten. Falls du gerade Unterstüztung suchst, dann schauen wir in diesem Gespräch gemeinsam, ob es zwischen uns passt und welche Wege für dich stimmig sind.
Ich freu mich, dich kennenzulernen. Über diesen Button kannst du dir einen Termin in meinem Kalender aussuchen.
Deine Stärken und Schwächen auf einen Blick
Deine Stärken:
- du bist immer gut vorbereitet
- du legst viel Wert auf gute Planung und Organisation
- dir ist wichtig, dass du wirklich gute Leistung bringst
Deine Schwächen:
- sobald etwas nicht so läuft, wie geplant, bist du gestresst
- Kontrolle hat für dich oberste Priorität, das erzeugt viel Enge und Spannung
- die dauernde Anspannung schlägt sich in deinem Körper und auch deiner Stimme nieder (Verspannungen, Enge, Druck)
Wo du (unbewusst) deinen Erfolg sabotierst:
Wir können das Leben und auch unsere Bühnenmomente nicht kontrollieren. Dieser ständige Versuch, alles im Griff zu haben, kostet dich deine Durchlässigkeit und damit ganz viel Klang, echte raumgreifende Präsenz und den Zugriff auf dein gesamtes Potential.
